Das Norddeutsche Spielzeugmuseum: Ein Museum zum Spielen
Von der Fassade des grünen Holzgebäudes grüßt ein riesiger, leuchtend roter Hampelmann, auf einer Fahne winkt ein Teddy Willkommen und auf der Mauer zeigt eine Lokomotive an: In diesem Haus dreht sich alles ums Spiel. Mitten in Soltau wartet auf drei Stockwerken eine der besten Spielzeugsammlungen der Welt darauf, entdeckt zu werden! Und: Hier können Besucher nicht nur schauen, sie dürfen auch hören, tasten, ausprobieren, spielen!
Im Handumdrehen die Rollen wechseln, die eigene Geschicklichkeit testen, Kugelbahnen bauen oder sehen, wie die Bilder laufen lernten – das alles und noch viel mehr kann man im Spielzeugmuseum. In jedem Raum gibt es etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren.
Ausstellungsstücke aus vier Jahrhunderten entführen die Besucher auf eine traumhafte Reise in die Geschichte. Im Spielzeug begegnen sich nahe und ferne Welten. Spanschachteln geben den Blick frei auf farbenfrohe Märkte, orientalische Städte und exotische Tierparks. Kaufläden, Küchen und Stuben vermitteln einen Eindruck von Elternwünschen und Kinderträumen. Märchenbilder verwandeln sich auf wundersame Weise, und optische Spielzeuge verändern den gewohnten Blick. Verkehrsmittel von der eleganten Kutsche bis zur Miniaturautoparade reflektieren technische Neuerungen. Puppen lassen Schönheitsideale und Modetrends der letzten dreihundertfünfzig Jahre Revue passieren. Teddybären und humoristische Charakterfiguren von Steiff zeigen künstlerische und pädagogische Reformen in Plüsch und Filz.
Viele Objekte haben eine besondere Geschichte zu erzählen - z.B. ein großer Blechmaikäfer, der seinen neuen Besitzer zunächst zu Tränen erschreckte, oder eine schwimmende Puppe, die ein Uhrmacher konstruierte, um seinem kleinen Sohn die Angst vor dem Wasser zu nehmen. Ein hölzerner Hühnerhof war einmal ein wahrhaft königliches Geschenk: ein kleiner Junge erhielt das erzgebirgische Spielzeug zum Weihnachtsfest 1865 von der englischen Königin Victoria … Andere Ausstellungsstücke bewahren ihre Geheimnisse und lassen einfach staunen: Wie kam ein ganzer Bergwerksstollen in eine Walnuß hinein? Und wer hatte die Geduld und das Geschick, über 1000 Papiersoldaten fein säuberlich mit der Hand zu bemalen?
Ein riesiges, kleines Traumhaus: Drei Meter breit und zwei Meter hoch - das sind die stattlichen Maße von "Dingley Hall", dem wohl bedeutendsten Puppenhaus aus dem 19. Jahrhundert. 1875 begannen zwei acht- und zwölfjährige englische Bankierssöhne, die Fächer von Bücherregalen mit Möbeln und Bildern zu dekorieren. Bald wuchs daraus ein herrschaftliches Anwesen mit einer eindrucksvollen Fassade und fünfzehn prächtigen Räumen – darunter z.B. ein japanischer Salon, eine katholische Hauskapelle, eine Bibliothek mit zahlreichen Miniaturbüchern und eine reich bestückte Küche. Über 1000 Einrichtungsgegenstände verleihen dem von gut 50 Puppen bevölkerten Haushalt europäischen Zuschnitt: Golddruckmöbel aus Waltershausen harmonieren mit seidengepolsterten Sitzgruppen aus Paris, Glasleuchter aus Venedig werfen Licht auf englische Bilder und Wiener Theaterfiguren. Hier kann man sich auf die Suche nach verborgenen Details begeben, den Kommentaren der jugendlichen Bauherren folgen oder sich an der Einrichtung eines Zimmers probieren...
Für Kinder ab 5 Jahren gibt es jeden Samstagnachmittag eine offene Mitmachaktion: Jede Woche steht ein neues Thema auf dem Programm - zum Spielen, Lauschen, Basteln und Schauen. Also: "Mach mit im Museum!" - immer samstags von 15.30 bis 17 Uhr.
Ein Besuch im Spielmuseum ist ein faszinierendes Erlebnis für die ganze Familie.
Hier werden Erinnerungen wach – und neue Spielideen entstehen!
Öffnungszeiten:
Jeden Tag geöffnet - von 10 bis 18 Uhr!
Im Juli und August zusätzlich dienstags und samstags bis 20 Uhr!
Eintrittspreise:
für 1 Tag: Erwachsene: 4 €; Schüler (ab 6 Jahren): 2 €; Kinder unter 6: frei
familienfreundliche Regelung: Eltern zahlen höchstens für ein Kind!
für 365 Tage: Erwachsene: 6 €; Schüler (ab 6 Jahren): 3 €
Gruppen ab 10 Personen zahlen 3 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Schüler.
Gerne können (ohne Aufpreis) Einführungen vereinbart werden.
Aktionen und Veranstaltungen:
Museumsrallye zum Selbsterkunden (Bogen am Empfang erhältlich)
wechselndes Veranstaltungsprogramm, z.B. Themen-Führungen, Märchenstunden, Taschenlampen-Rundgänge, Bastelaktionen
Das Museum ist eine Einrichtung der gemeinnützigen Stiftung Spiel.
Anschrift und Anfahrt:
Norddeutsches Spielzeugmuseum
Poststr. 7, 29614 Soltau, Tel.: 05191-82182,
» www.spielzeugmuseum-soltau.de
Das Spielmuseum liegt mitten in Soltau an der zentralen Kreuzung von B3 und B71.
Von der A7 (Abfahrt Soltau Ost) geht es auf der B71 immer geradeaus nach Soltau hinein.
Vom Heidepark aus führt der kürzeste Weg über die K9 (an der Parkplatzausfahrt zunächst rechts, Richtung B3 / Hamburg halten) auf die B3 (links, Richtung Soltau). Auch hier heißt es dann einfach geradeaus fahren, bis das Spielmuseum erreicht ist.
Preise gelten für das Jahr 2008